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MEP Waitz begrüßt Urteil zu Bialowieza und plant Lokalaugenschein in Rumänien

„Nun haben wir es schwarz auf weiß. Die Abholzung in einem der letzten Urwälder Europas ist illegal. Polen muss das zur Kenntnis nehmen und endlich europäisches Recht einhalten.“

Waitz weist aber darauf hin, dass gleichzeitig und weitgehend unbemerkt von der europäischen Öffentlichkeit eine noch dramatischere Zerstörung von Urwaldbeständen stattfindet. In Rumänien, wo zwei Drittel der letzten Urwälder Europas liegen, wird seit Jahren und systematisch in Nationalparks und anderen Naturschutzgebieten und sogar im Gebiet des UNESCO-Weltkulturerbes abgeholzt. 

„Die rumänische Regierung lässt es zu, dass Urwälder um des Profits willen zerstört werden. So wie in Bielaowieza ist dies nicht nur eine nationale Katastrophe sondern verstößt gegen europäisches Recht. Wir werden dies nicht länger dulden“,  so Waitz, selbst Forstwirt und Abgeordneter der Grünen im Agrar- und Petitionsausschuss.

Um sich vor Ort ein Bild zu machen, wird Waitz gemeinsam mit den NGOs EuroNatur und Agent Green eine fact finding-Mission nach Rumänien unternehmen. „Ich werde mir das Ausmaß der Zerstörung im Mai selbst ansehen. Wenn die Berichte sich bewahrheiten, werde ich alles daran setzen, dass es zu einem EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Rumänien kommt.“ (Quelle: Die Grünen – APA-OTS)

Zerstörter Naturwald mitten im Domogled – Valea Cernei Nationalpark. Der gesamte Nationalpark ist auch als UNESCO-Weltnaturerbe gewidmet. Allerdings ist weniger als die Hälfte der Wälder auch tatsächlich geschützt – in der riesigen sogenannten „Bufferzone“ wird intensiv abgeholzt…

Bialowieza: EuroNatur und Agent Green begrüßen Urteil des Europäischen Gerichtshofs und fordern für Rumäniens Urwälder ebenfalls einen Stopp der Abholzungen

Die endgültige Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs ist eindeutig: Der Holzeinschlag im polnischen Wald von Bialowieza ist nicht legal. Die großflächigen Auswirkungen auf die naturbelassenen Waldbestände und geschützten Arten in den Natura 2000-Gebieten sind nicht mit dem europäischen Recht vereinbar. EuroNatur und Agent Green begrüßen die verbindliche Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die von Polen nicht mehr angefochten werden kann. „Dies ist ein großartiger Erfolg für alle Naturschützer, die für den Erhalt der letzten urzeitlichen und alten Wälder in Europa kämpfen“, sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer der international tätigen Naturschutzstiftung EuroNatur.

EuroNatur und Agent Green weisen gleichzeitig auf die noch größere Katastrophe hin, die sich derzeit in Rumänien ereignet, wo zwei Drittel der letzten Urwälder Europas liegen – und systematisch abgeholzt werden, während die rumänische Regierung einfach wegschaut. „Wir fordern die EU-Institutionen auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die katastrophale Verwüstung der größten Urwaldreste der EU in Rumänien zu stoppen. Die Dimension dieses Dramas in Rumänien übertrifft den polnischen Fall bei weitem – doch fast niemand nimmt das zur Kenntnis“, sagt Schwaderer.

Die EU-Institutionen haben das anhaltende Naturschutzdrama in Rumänien viel zu lange tatenlos mit angesehen. „Dies ist Europas größte Umweltkrise – und sie braucht dringend eine Lösung“, sagt Gabriel Paun, Präsident der rumänischen Naturschutzorganisation Agent Green. „Die großflächige Abholzung und Zerstörung alter Waldbestände in Natura 2000-Gebieten verstößt gegen europäisches Recht, doch die rumänische Regierung stellt die Abholzung von Urwäldern in Nationalparks und anderen Schutzgebieten nicht ein. Im Gegenteil, der Holzeinschlag hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Daher ist ein EU-Vertragsverletzungsverfahren wie im polnischen Fall zu erwarten“, so Paun.

Domogled – Valea Cernei Nationalpark, Natura 2000-Gebiet und UNESCO-Weltnaturerbe: Urwaldverwüstung, mitten im Schutzgebiet